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Wartungsende SAP ECC 2027: was wirklich endet und was danach gilt

4 Min. Lesezeit

Ende 2027 endet die Standardwartung für SAP ECC. Oft wird daraus "der Support endet 2027", und das stimmt so nicht. SAP schaltet ECC nicht ab, die Wartung wird in Stufen eingeschränkt. Welche Stufe für Ihr System gilt, hängt vom Enhancement Package ab, von Ihrem Vertrag und davon, ob Sie in die Private Cloud wechseln.

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Was Ende 2027 endet

SAP hat im Februar 2020 angekündigt, die Standardwartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 bis Ende 2027 zu leisten. Zu diesen Kernanwendungen zählt SAP neben SAP ERP 6.0 auch CRM 7.0, SCM 7.0, SRM 7.0 und die SAP Business Suite powered by SAP HANA.

Für SAP ERP 6.0 gilt der 31. Dezember 2027 für die Enhancement Packages 6, 7 und 8. EHP 8 ist das letzte Paket, ein neueres, auf das man ausweichen könnte, gibt es nicht.

Ältere Enhancement Packages sind schon raus

Für SAP ERP 6.0 ohne Enhancement Package und mit den Enhancement Packages 1 bis 5 ist die Standardwartung bereits am 31. Dezember 2025 ausgelaufen. SAP führt diese Stände in der eigenen Übersicht zur Wartungsstrategie seitdem in der kundenspezifischen Wartung. Wer heute auf einem dieser Stände arbeitet, ist also schon in der Lage, die viele erst für 2028 erwarten.

Die Stufen nach 2027

Erweiterte Wartung bis Ende 2030

Für EHP 6 bis 8 bietet SAP eine erweiterte Wartung bis zum 31. Dezember 2030 an. Sie kostet laut SAP einen Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die bestehende Wartungsbasis. Der Leistungsumfang ist nach SAP-Angaben mit dem der Standardwartung vergleichbar.

Wichtig ist die Frist. Wer sich bis Ende 2027 nicht für die erweiterte Wartung entscheidet und ECC weiter betreibt, wird automatisch in die kundenspezifische Wartung überführt.

Kundenspezifische Wartung

Die kundenspezifische Wartung läuft zu unveränderten Gebühren weiter. Sie können wie gewohnt Meldungen anlegen, und SAP löst bekannte Probleme. Was dabei wegfällt, beschreibt der SAP-Hinweis 52505:

  • keine gesetzlichen Änderungen

  • keine Support Packages

  • keine Garantie für technologische Updates, etwa neue Kernel-Versionen für neue Datenbank- und Betriebssystemversionen

  • keine neuen Schnittstellen

  • keine Service Level Agreements für Reaktionszeiten und Korrekturmaßnahmen

Diese Stufe greift nach dem Ende der Standardwartung, wenn keine erweiterte Wartung gebucht ist, und ebenso nach dem Ende der erweiterten Wartung.

SAP ERP, private edition, transition option

Mit der SAP ERP, private edition, transition option verlängert SAP die Wartung für ECC-Systeme in der Private Cloud über 2030 hinaus. Die Option ist von 2031 bis 2033 aktiv und ab 2028 kaufbar. SAP nennt sie ausdrücklich ein zusätzliches, nicht verpflichtendes Angebot. Geliefert werden Patches für Sicherheit, gesetzliche Änderungen und Softwarefehler.

Die Bedingungen sind eng. Laut SAP-Update vom August 2025 gilt:

  • Die Systeme müssen vor dem 31. Dezember 2030 auf SAP ERP, private edition mit SAP HANA migriert sein.

  • Die Option gibt es nur in Verbindung mit dem Max Success Plan.

  • Die betroffenen Systeme müssen mindestens 2 TB groß sein.

  • Der Umfang ist auf SAP ECC zentriert und umfasst nicht die gesamte Business Suite 7.

Wer 2026 SAP ERP, private edition abschließt, zahlt beim Wechsel in die Transition Option 2031 einen Standardaufschlag von 20 Prozent. Für Abschlüsse ab 2027 hat SAP den Aufschlag noch nicht genannt. Für ECC im eigenen Rechenzentrum gibt es diese Option nicht.

Was das praktisch bedeutet

Den größten Unterschied machen die gesetzlichen Änderungen. Solange Standard- oder erweiterte Wartung läuft, liefert SAP Anpassungen, wenn sich etwa steuerliche Vorgaben oder Meldepflichten ändern. In der kundenspezifischen Wartung liefert SAP sie nicht mehr, und die Umsetzung liegt dann bei Ihnen oder einem Partner.

Ähnlich bei der Technik. Ohne garantierte Kernel-Versionen für neue Datenbank- oder Betriebssystemversionen kann ein notwendiges Infrastruktur-Update an eine Grenze stoßen. Das System läuft weiter, es lässt sich nur schwerer bewegen.

Achtung, Namensverwechslung

SAP verwendet den Namen "SAP Business Suite" seit 2025 für ein neues Angebot, das Anwendungen, Daten und KI zusammenführt. Mit der SAP Business Suite 7, um deren Wartung es hier geht, hat es nur den Namen gemeinsam. In Dokumenten und Angeboten lohnt der Blick, welche der beiden gemeint ist.

Und SAP S/4HANA?

SAP hat zugesagt, dass bis 2040 immer mindestens ein Release von SAP S/4HANA in Wartung ist. Ab SAP S/4HANA 2023 bleibt jedes Release sieben Jahre in der Standardwartung, zuvor waren es fünf. Das ist keine Zusage für ein bestimmtes Release bis 2040, wohl aber die Sicherheit, dass die Produktlinie bis dahin gewartet wird.

Wo die Unternehmen stehen

Einen Anhaltspunkt liefert der DSAG-Investitionsreport 2026. Von den Befragten, die Investitionen in SAP ECC planen, will fast die Hälfte bis Ende 2030 auf SAP S/4HANA umstellen und fällt damit in die kostenpflichtige erweiterte Wartung. 37 Prozent wollen bis Ende 2027 umstellen, 4 Prozent peilen Ende 2033 und damit die Transition Option an.

Zur Einordnung: An der Umfrage haben 198 Personen teilgenommen, die Zahlen beziehen sich auf die Teilgruppe mit geplanten ECC-Investitionen, und es sind Planungen, keine abgeschlossenen Umstellungen.

Was jetzt zu klären ist

  • Welches Enhancement Package läuft? Für EHP 0 bis 5 ist die Standardwartung bereits beendet.

  • Soll die erweiterte Wartung bis 2030 gebucht werden? Die Entscheidung muss bis Ende 2027 fallen, sonst greift automatisch die kundenspezifische Wartung.

  • Welche gesetzlichen Anforderungen stehen nach 2027 an, und wer setzt sie um, wenn SAP sie nicht mehr liefert?

  • Kommt der Weg über RISE with SAP und die Transition Option in Frage? Dann muss die Migration auf SAP ERP, private edition mit SAP HANA vor Ende 2030 stehen.

Die Einzelheiten regeln die SAP-Hinweise und Ihr Wartungsvertrag, die Angaben hier entsprechen dem Stand vom 29. September 2026. Wenn Sie Ihren Weg sortieren wollen: Unser S/4HANA Architecture Assessment bewertet bestehende Transformationspläne neutral, ob Greenfield, Brownfield oder selektive Migration.