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Das SAP BTP Lizenzmodell verstehen, bevor es teuer wird

2 Min. Lesezeit

Die meisten Unternehmen scheitern nicht an der Technik der SAP BTP. Sie scheitern an der Frage, wie sie lizenziert und abgerechnet wird. Die Plattform kann enorm viel, und ob sie sich rechnet, hängt am Lizenzmodell. Genau dort wird es für viele unübersichtlich.

Drei Modelle in Klartext

SAP bietet für die BTP drei kommerzielle Modelle.

Free Tier ist der Einstieg zum Testen und Lernen: kostenlos, gedacht für Proof of Concepts, Schulungen und Prototypen. Ein Free-Tier-Setup lässt sich später in ein produktives Modell überführen.

Subscription ist das Festpreis-Modell. Sie buchen einen Service zum festen Preis, das Budget ist planbar und die Verwaltung einfach. Der Haken zeigt sich, wenn ein Service nur selten läuft. Dann zahlen Sie trotzdem voll.

Consumption ist das Verbrauchsmodell, in zwei Spielarten. Bei CPEA (Cloud Platform Enterprise Agreement) kaufen Sie ein Credit-Kontingent und verbrauchen es flexibel über alle Services. PAYG (Pay-as-you-go) rechnet monatlich nach tatsächlichem Verbrauch ab. Beide wachsen mit dem Bedarf.

Warum die BTP anders tickt

Ein Missverständnis begleitet viele Projekte von Anfang an: Die BTP wird nicht pro Nutzer lizenziert. Sie wird technisch-metrisch abgerechnet, und jede Komponente hat ihre eigene Einheit. Die Integration Suite zählt Nachrichten und API-Aufrufe, die Build Process Automation zählt Automations-Minuten, die HANA Cloud zählt Speicher und Compute. Wer die Metrik seines Services nicht kennt, kann die Kosten nicht seriös planen.

Wirtschaftlich wird die BTP dann, wenn das Modell zum Workload passt. Das günstigste Modell auf dem Papier ist selten das günstigste im Betrieb.

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Die teuren Missverständnisse

In Projekten sehen wir immer wieder dieselben Muster. Ein Proof of Concept rutscht unbemerkt in den Regelbetrieb, ohne dass jemand das Lizenzmodell anpasst. Eine Subscription läuft weiter, obwohl der Service kaum genutzt wird. Und in RISE- oder GROW-Verträgen steckt ein BTP-Volumen, das viele gar nicht kennen, während parallel neue Services eingekauft werden.

Erst der Workload, dann das Modell

Die Reihenfolge entscheidet. Schauen Sie zuerst auf den Workload: Was läuft konstant, was schwankt, wo sind die Lastspitzen? Danach fällt die Wahl fast von selbst. Stabile, planbare Szenarien passen zu Subscription. Bewegliche Themen wie Integration, Automatisierung und KI passen zu Consumption, weil sie mit dem Bedarf atmen.

Drei Gewohnheiten zahlen sich dabei aus:

  • den Verbrauch monatlich prüfen, nicht einmal im Quartal

  • vorhandene RISE- oder GROW-Credits zuerst ausschöpfen

  • das Lizenzmodell einmal im Jahr überprüfen, weil sich die BTP schneller verändert als fast jedes andere SAP-Produkt

Fazit

Das Lizenzmodell ist kein reines Einkaufsthema. Es steuert, wie weit sich die BTP im Betrieb skalieren lässt, und deshalb gehört die Frage schon in die Architekturdiskussion und nicht erst in die Verhandlung. Genau dort sehen wir unsere Rolle: zwischen der Preislogik von SAP und dem, was im Betrieb tatsächlich gebraucht wird.